<  „Bestes Nahverkehrskonzept Bayerns“: Baxi sichert sich Förderung

Peter Zimmert mit vielen neuen Ideen Baxis an die Steckdose

Das Baxi ist eine Mischung von Bus und Taxi. Damit ist das Nahverkehrsmodell ungemein erfolgreich. Trotzdem möchte ÖPNV- Mann Peter Zimmert nun etliche Dinge ändern.

 

Zimmert hat den Kopf voller Ideen, wie er dieses Nahverkehrsmodell noch effektiver und attraktiver machen kann. Der Kreisausschuss hat ihm grünes Licht für ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegeben. Die Kommunalpolitiker machten Geld für einen neuen Nahverkehrsplan und den Umzug der Fahrtwunschzentrale von Nürnberg nach Weiden locker. Außerdem soll das Baxi mit E-Mobilität bald auch Stadt- und Gemeindeteile vernetzen. Um Erfahrungen zu sammeln, ist ab 1. Mai 2018 ein halbjähriger Probebetrieb mit E-Baxis in Tirschenreuth und Kemnath geplant.

Ganz wichtig für die weitere Ausgestaltung ist ein neuer Nahverkehrsplan. Den soll Verkehrsplaner Dr. Thomas Huber, Experte bei der Regionalbus Ostbayern für innovative Verkehrsprojekte, in Zusammenarbeit mit Zimmert erstellen. Der derzeit gültige Nahverkehrsplan für den Landkreis Tirschenreuth stammt aus dem Jahr 1996. "Die damals angedachten Veränderungen sind bereits seit längerem umgesetzt", so Zimmert im Ausschuss. Die Anforderungen, nicht zuletzt durch den demografischen Wandel, hätten sich stark verändert. Zimmert führte neue technische Möglichkeiten, ein verändertes Sozialverhalten und die Flexibilisierung der Arbeitswelt ins Feld. Zudem sei ein aktuelles Werk auch wichtig, weil es die Grundlage für alle Genehmigungen und Förderungen durch die übergeordneten Behörden sei.

Der Sachbearbeiter im Landratsamt peilt zudem die Schaffung eines landkreis- und bezirksübergreifenden Verkehrsverbunds für den ländlichen Raum an. Die Region komme im Vergleich zu den Ballungszentren noch immer viel zu kurz. Es müsse gelingen, einen Gegenpol zu den Verkehrsverbünden der großen Städte zu schaffen, forderte er.

Ein wichtiger Mosaikstein ist für ihn auch die Verlegung der Fahrtwunschzentrale von Nürnberg nach Weiden. Zurzeit laufen die Anrufe für Baxi-Fahrten bei der DB Regio in Nürnberg auf, die Buchungen entgegennimmt und Fahrplanauskünfte gibt. Dies hat sich laut Zimmert als nicht ideal herausgestellt, auch weil es bei der DB Regio häufig personelle Wechsel gibt. Mangelnde Ortskenntnisse und sogar Verständigungsschwierigkeiten führten immer wieder zu Problemen, berichtete Zimmert. Deshalb soll diese Anlaufstelle nun aus Franken in die Oberpfalz zur RBO nach Weiden verlegt werden.

Verbunden damit ist eine deutliche Erweiterung der Aufgaben. Die Stelle soll dann auch Auskünfte für Bus, Schiene und sogar Mitfahrerzentralen erteilen. Zudem ist geplant, dass sie auch alle Baxi-Fahrten mit den ausführenden Verkehrsunternehmen abrechnet, Schülerjahresfahrkarten ausstellt, Fahrplanänderungen beantragt und eine Landkreis-App für Fahrplanauskunft, Fahrtbuchung und Handyticketing entwickelt.

Das kostet natürlich auch mehr Geld. Statt bisher 42 000 Euro wird die neue Mobilitätszentrale 95 000 Euro (netto) pro Jahr verschlingen. Die Regierung der Oberpfalz hat aber eine Erhöhung der ÖPNV-Zuweisungen signalisiert, so dass die zusätzlichen Leistungen "nur" etwa 33 000 Euro betragen sollen. Das ist es den Kreisräten wert. Starten soll die Baxi- Zentrale in Weiden zum 1. Januar 2018.

Bislang waren innerörtliche Beförderungen vom Baxi-Verkehr ausgeschlossen. Aufgrund der "erkennbaren Nachfrage" soll mit dem neuen Projekt E-Baxi auch diese Lücke geschlossen werden. Angedacht ist ein Verkehr mit Leasing-Elektroautos. Werktags sollen die Fahrzeuge von 8 bis 18 Uhr im Stundentakt verkehren, am Wochenende gilt ein reduzierter Fahrplan. Als Teststädte für den halbjährlichen Probeverkehr hat der Kreisausschuss Kemnath und Tirschenreuth ausgesucht. Im Mai sollen die E-Baxis starten.

Quelle: Der Neue Tag, 26.09.2017