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Aus Bus plus Taxi wird das "BAXI"

Neues Anrufbus-System wird drei Jahre lang im Landkreis erprobt - Bei Messe am Sonntag vorgestellt


Die Menschen im Landkreis werden immer älter, entsprechend nimmt der Anteil der jungen Menschen unter 19 Jahren - und damit auch der Schüler - von 2010 bis 2030 im Landkreis um 27,1 Prozent ab. Während also der Bedarf an Angeboten im Öffentlichen Personennahverkehr eher steigt, nehmen gleichzeitig die Einnahmen aus der Schülerbeförderung ab. Das ist ein Problem, denn "die Einnahmen im ÖPNV kommen zu 90 Prozent aus der Beförderung von Schülern", erklärt Landrat Wolfgang Lippert.

Nachzulesen im "Messemagazin", das eigens für die Messe gedruckt wurde, auf der am Sonntag in der Dreifachturnhalle in Wiesau für das Projekt geworben wurde, das den Standard des ÖPNV erhalten soll: "Baxi" heißt das Anrufbus-System, das seit diesen Montag vorerst drei Jahre lang erprobt wird. Das Wortspiel "Baxi" soll verdeutlichen, dass der Anrufbus die Vorteile eines Linienbusses mit denen eines Taxis verbindet. Der niedrige Bus-Tarif bleibt erhalten und wird ergänzt durch die Flexibilität eines Taxis. Das "Baxi" verkehrt zwar nach Fahrplan, aber nur, wenn auch jemand mitfährt. Es gibt feste Haltestellen, aber die werden nur angefahren, wenn dort auch jemand ein- oder aussteigt.

Damit das funktioniert, ist eine rechtzeitige telefonische Anmeldung bei der Fahrwunschzentrale, die täglich von 6.30 bis 21 Uhr besetzt ist, erforderlich (kostenfreie Nummer 0800/6065600). Auch im Internet kann man sich unter www.fahrmit-tirschenreuth.de/baxi oder der Fahrtwunschzentrale der DB Regio Bus Bayern unter www.fahrwunschzentrale.de anmelden.

60 bis 90 Minuten vor Abfahrt am Startpunkt müssen sich Interessenten angemeldet haben. Wann genau, ist dem Fahrplan zu entnehmen, in dem für jede Fahrt der "Anmeldeschluss" steht. Eine genaue Ankunftszeit an der gewünschten Haltestelle gibt es nicht, denn die hängt davon ab, wie viele mitfahren und wo die Passagiere ein- und aussteigen wollen. Fest steht lediglich eine Zeitvorgabe für das "Linienziel", also die Endstation, wenn dort Anschluss an die Bahn oder Linienbusse besteht. Man muss sich also unter Umständen auf mehrere Minuten Wartezeit gefasst machen. Auch die Rückfahrt muss natürlich vorher angemeldet werden. Das könnte schwierig werden, wenn man zum Beispiel zum Facharzt nach Weiden muss und nicht weiß, wie lange man dort brauchen wird.

Es gibt aber auch Vorteile: Der Anrufbus wird selten alle Haltestellen anfahren und einen deshalb wahrscheinlich schneller ans Ziel bringen. Auch kann man dort an beliebiger Stelle aussteigen. Der Fahrer kann einem auch besser beim Ein- und Aussteigen helfen, denn es handelt sich meistens um Kleinbusse. Auf den 18 neuen "Baxi"-Linien werden außerdem täglich rund 200 zusätzliche Fahrten angeboten, 70 neue Haltestellen wurden dafür eingerichtet. Sie sind das Ergebnis einer Bürgerbefragung, bei der alle Landkreisbewohner nach ihren Beförderungswünschen gefragt wurden.

Die bestehenden konventionellen Linienverkehre bleiben vorläufig bestehen. Es werden aber "sicherlich einige Fahrten (...) in die dritte Säule Baxi verschoben werden", kündigt Landrat Wolfgang Lippert in dem "Messemagazin" an. Das Angebot werde dabei aber "nicht gekürzt, sondern ist nur anders zu bestellen".


Quelle: Oberpfälzer Wochenzeitung OWZ / www.oberpfalznetz.de